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Luftfahrt Schritt für Schritt · Schritt 7

Atmosphäre und Dichtehöhe: Fliegen bei Hitze und in großer Höhe

Was ist die Standardatmosphäre, und warum wird die Luft mit der Höhe dünner? Mit Rechnungen erklären wir, wie ein heißer Sommertag die Leistung von Flugzeugen und Modellflugzeugen beeinflusst.

19. Oktober 20263 Min. LesezeitSVR AEROTECH

Das Original dieses Beitrags ist auf Türkisch; die Übersetzung stammt von SVR AEROTECH. Türkçe

In der Auftriebsgleichung haben wir gesehen, dass die Luftdichte (ρ) den Auftrieb direkt beeinflusst. In diesem Schritt lernen wir die Luft selbst kennen. Warum hebt dasselbe Flugzeug in der Morgenkühle nach kurzer Strecke ab, braucht in der Mittagshitze aber eine längere Piste?

Die Standardatmosphäre

Da sich das Wetter ständig ändert, nutzt die Luftfahrt für Vergleiche eine gemeinsame Bezugsgröße: die Internationale Standardatmosphäre (ISA). Nach ISA gilt auf Meereshöhe:

In der Troposphäre, der untersten Schicht der Atmosphäre bis etwa 11 km, sinkt die Temperatur je 1.000 Meter um etwa 6,5 °C. Im von der NASA verwendeten Modell lautet der Zusammenhang T = 15,04 − 0,00649·h (T in °C, h in Metern).

Mit der Höhe wird die Luft dünner

Mit zunehmender Höhe nehmen Druck und Dichte ab. In etwa 1.000 Metern ist die Dichte 9 %, in etwa 3.000 Metern 26 % geringer als auf Meereshöhe.

Luftdichte in Abhängigkeit von der Höhe in der Standardatmosphäre
Abbildung 1 · Luftdichte und Temperatur in Abhängigkeit von der Höhe in der Standardatmosphäre. Die Zahl der Kugeln in jeder Schicht ist proportional zur Dichte in dieser Höhe.

Dünnere Luft bedeutet:

Der Einfluss der Temperatur

Erwärmt sich Luft, dehnt sie sich aus und ihre Dichte sinkt. Berechnen wir die Luftdichte auf Meereshöhe bei Standarddruck, aber 30 °C (ideales Gasgesetz, ρ = p / (R·T)):

ρ = 101.325 / (287,05 × 303,15) ≈ 1,164 kg/m³

Das ist etwa 5 % weniger als an einem Standardtag. Die für denselben Auftrieb nötige wahre Geschwindigkeit steigt mit der Wurzel des Dichteverhältnisses: √(1,225 / 1,164) ≈ 1,026. Das Flugzeug muss zum Abheben also gegenüber Grund etwa 2,6 % schneller rollen (die auf dem Fahrtmesser abgelesene Abhebegeschwindigkeit bleibt etwa gleich). Mit der höheren Geschwindigkeit wird die Startstrecke noch deutlich länger; zudem liefern Motor und Propeller gleichzeitig weniger Schub.

Dichtehöhe

Piloten fassen all diese Effekte in einer Zahl zusammen: der Dichtehöhe. Sie gibt an, in welcher Höhe der Standardatmosphäre die Luft dieselbe Dichte hat wie die Luft an Ihrem Ort. Nach der Definition der FAA ist die Dichtehöhe die um die Abweichung von der Standardtemperatur korrigierte Druckhöhe.

So entspricht die Luftdichte auf Meereshöhe an einem 30-°C-Tag etwa der Dichte in 500 Metern Höhe in der Standardatmosphäre. Obwohl das Flugzeug auf Meereshöhe steht, verhält es sich, als befände es sich in etwa 500 Metern.

Praktische Folgen für Modellflieger und Raketenbauer

Selbst ausprobieren

Geben Sie die Höhe Ihres Fluggeländes und die Wetterwerte des Tages ein. Das Beispiel aus dem Beitrag (Meereshöhe, 30 °C) ist im Werkzeug bereits eingestellt.

Für dieses interaktive Werkzeug muss JavaScript im Browser aktiviert sein.

Der nächste Schritt

Wir kommen zum Bauteil, das den Schub erzeugt: Wie drückt ein Propeller die Luft, was bedeuten Propellergrößen wie „10x6“ und worauf sollte man bei der Propellerwahl achten?

Im Raketenlabor ausprobierenÄndern Sie im Raketensimulator Platzhöhe und Temperatur; sehen Sie, wie sich der Gipfelpunkt derselben Rakete mit der Dichte ändert.
Labor öffnen →

Quellen

  1. NASA Glenn Research Center. Earth Atmosphere Equation – Metric
  2. Federal Aviation Administration (FAA). Pilot's Handbook of Aeronautical Knowledge (FAA-H-8083-25C). Kapitel 4: Principles of Flight (Atmosphäre); Kapitel 11: Aircraft Performance (Dichtehöhe)
  3. ICAO. Manual of the ICAO Standard Atmosphere (Doc 7488). Werte der Standardatmosphäre
  4. NASA Glenn Research Center. Lift Equation

Dieser Beitrag wurde von SVR AEROTECH unter Verwendung der oben genannten Quellen eigenständig verfasst; die Abbildungen gehören SVR AEROTECH. Zitierte Informationen gehören den jeweiligen Quellen.

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