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Luftfahrt Schritt für Schritt · Schritt 11

Stabilität: Warum richtet sich ein Flugzeug von selbst wieder auf?

Was bedeuten statische und dynamische Stabilität? Wir erklären, wie Schwerpunkt, Höhenleitwerk, V-Form und Seitenleitwerk ein Flugzeug nach Störungen in seine Ausgangslage zurückbringen.

27. Oktober 20264 Min. LesezeitSVR AEROTECH

Das Original dieses Beitrags ist auf Türkisch; die Übersetzung stammt von SVR AEROTECH. Türkçe

Ein gut eingestelltes Trainermodell kehrt nach einer Windböe von selbst in den Geradeausflug zurück, auch wenn der Pilot nichts tut. Ein Kunstflugmodell neigt dagegen dazu, in der Lage zu bleiben, in die es gebracht wurde, wenn man die Steuerknüppel loslässt. Dieser Unterschied heißt Stabilität.

Statische Stabilität: die erste Tendenz

Das Handbuch der FAA definiert statische Stabilität als die erste Tendenz, die ein Flugzeug zeigt, wenn sein Gleichgewicht gestört wird. Es gibt drei Fälle:

Kugel in einer Schüssel, auf einer ebenen Fläche und auf einer Kuppe sowie Kurven gedämpfter, gleichbleibender und anwachsender SchwingungenPositive statische StabilitätNeutralNegativkehrt nach Anstoß zurückbleibt an neuer Stelleentfernt sich nach AnstoßGedämpfte SchwingungGleichbleibende SchwingungAnwachsende Schwingungpositive dynamische Stabilitätneutrale dynamische Stabilitätnegative dynamische Stabilität
Abbildung 1 · Oben statische Stabilität (erste Tendenz), unten dynamische Stabilität (Verhalten im Lauf der Zeit).

Dynamische Stabilität: Was geschieht im Lauf der Zeit?

Die statische Stabilität sagt nur etwas über die erste Tendenz aus. Ein Flugzeug, das in seine Ausgangslage zurückstrebt, kann über das Ziel hinausschießen und schwingen. Die dynamische Stabilität beschreibt, wie sich diese Bewegung im Lauf der Zeit ändert:

Für positive dynamische Stabilität braucht es zuerst positive statische Stabilität; allein reicht sie aber nicht. Es muss auch eine Wirkung geben, die die Bewegung dämpft.

Längsstabilität: Schwerpunkt und Höhenleitwerk

Die Stabilität um die Querachse (Nicken, Nase hoch–runter) hängt eng mit dem Schwerpunkt (CG) zusammen, den wir im sechsten Schritt kennengelernt haben. Jedes Flugzeug hat einen Neutralpunkt: Läge der Schwerpunkt genau dort, wäre das Flugzeug beim Nicken neutral stabil. Je weiter der Schwerpunkt vor dem Neutralpunkt liegt, desto stabiler ist das Flugzeug. Das Verhältnis dieses Abstands zur mittleren aerodynamischen Flügeltiefe heißt Stabilitätsmaß (statische Reserve).

So funktioniert es: Hebt eine Böe die Nase an, steigt der Anstellwinkel sowohl der Tragfläche als auch des Höhenleitwerks. Weil das Leitwerk weit vom Schwerpunkt entfernt ist, erzeugt der Auftriebszuwachs dort ein großes Drehmoment und dreht die Nase wieder nach unten. Zugleich dämpft das Leitwerk die Bewegung: Wenn die Nase schnell hoch- und runtergeht, wird das Leitwerk gegen die Luft auf- und abbewegt, und diese Bewegung erzeugt eine Kraft, die ihr entgegenwirkt.

Stabilität um die Längsachse: V-Form

Flugzeuge, deren Tragflächen von vorn gesehen ein leichtes „V“ nach oben bilden, haben eine V-Form (Dihedral). Die NASA-Seite zur Flügelgeometrie weist darauf hin, dass die V-Form dem Flugzeug Stabilität um die Längsachse verleiht.

Wird das Flugzeug durch eine Böe zur Seite geneigt, neigt sich auch die Auftriebskraft zur Seite, und das Flugzeug beginnt, zur Seite der tieferen Tragfläche abzurutschen. Bei diesem Schieben trifft die tiefere Tragfläche dank der V-Form mit größerem Anstellwinkel auf die Luft und erzeugt mehr Auftrieb. Das Ergebnis ist eine Wirkung, die die Tragflächen wieder waagerecht stellt. Bei Hochdeckern hat die Lage des Schwerpunkts unter der Tragfläche eine ähnliche Wirkung (die FAA beschreibt das als „keel effect“).

Deshalb haben Trainermodelle eine deutliche V-Form. Kunstflugmodelle haben dagegen meist keine V-Form, damit sie die eingenommene Querneigung beibehalten, wenn man die Knüppel loslässt.

Stabilität um die Hochachse: Seitenleitwerk

Das Seitenleitwerk funktioniert wie eine Windfahne. Dreht eine Böe die Nase zur Seite, trifft das Seitenleitwerk seitlich auf die Luft und dreht die Nase wieder in die Strömung. Das Handbuch der FAA vergleicht das mit dem Verhalten einer Windfahne.

Ist Stabilität immer gut?

Ein sehr stabiles Flugzeug widersteht Störungen, reagiert aber auch nur widerwillig auf die Steuerung. Bei Trainern steht die Stabilität im Vordergrund, bei Kunstflugzeugen die Wendigkeit. In der Konstruktion wird ein Gleichgewicht zwischen beiden gesucht.

Selbst ausprobieren

Eine Böe hebt die Nase des Flugzeugs um 8° an. Lassen Sie das Stabilitätsmaß zuerst bei 10 und senken Sie es dann auf 0 und −5. Stellen Sie anschließend die Achse auf „Rollen“ und ändern Sie den V-Form-Winkel. Vergleichen Sie das Verhalten der Kurve im Diagramm und des Flugzeugs in der 3D-Ansicht.

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Der nächste Schritt

Wir kehren zu den Flugleistungen eines stabilen Flugzeugs zurück: Wie weit gleitet das Flugzeug, wenn der Motor ausfällt? Wie viel überschüssige Leistung braucht es zum Steigen?

Im Labor ausprobierenSchalten Sie die Gyro-Stabilisierung aus und lassen Sie im manuellen Flug kurz die Steuerknüppel los; beobachten Sie, wie sich das Flugzeug von selbst verhält. Schalten Sie dann den Gyro ein und wiederholen Sie den Versuch.
Labor öffnen →

Quellen

  1. Federal Aviation Administration (FAA). Pilot's Handbook of Aeronautical Knowledge (FAA-H-8083-25C). Kapitel 5: Aerodynamics of Flight (statische und dynamische Stabilität, Längs-, Quer- und Richtungsstabilität)
  2. NASA Glenn Research Center. Wing Geometry Definitions. V-Form und Stabilität um die Längsachse
  3. NASA Glenn Research Center. Aircraft Center of Gravity

Dieser Beitrag wurde von SVR AEROTECH unter Verwendung der oben genannten Quellen eigenständig verfasst; die Abbildungen gehören SVR AEROTECH. Zitierte Informationen gehören den jeweiligen Quellen.

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